Astrophysikerin für einen Tag ...

… wurde Jasmin Schlicker, eine Schülerin der Klasse 10c des SMG, die in verschiedenen Zusammenhängen besonderes Interesse an astrophysikalischen Themen gezeigt hatte. Sie folgte damit der Einladung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg zum International Cosmic Day 2016.

Dort durfte sie für einen Tag Astrophysikerin sein und mit anderen Interessierten zusammen selbst die Eigenschaften der komischen Strahlung erforschen. Bei dieser prasseln jede Sekunde ca. 1000 Teilchen pro Quadratmeter aus dem Weltall auf unsere Erdatmosphäre. Einige dieser Teilchen haben extrem hohe Energien – teilweise 1 Million mal mehr als die Teilchen im zur Zeit leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger der Welt, dem Large Hadron Collider am CERN in Genf. Sie erhielt durch die Veranstaltung einen Einblick sowie einen ersten Kontakt mit den aktuellsten Forschungsmethoden in diesem Bereich.

 

Aber lassen wir Jasmin selbst zu Wort kommen:

„Zuerst durften wir spannenden wissenschaftlichen Vorträgen zur Thematik der Astroteilchenphysik folgen. Es ist Wahnsinn zu erfahren, welche unvorstellbar große Anzahl von Teilchen ausgehend von der kosmischen Strahlung (Ursprung ist z. B. die Sonne) unseren Körper und die ganze Erde jede Sekunde durchdringen. Da sie aber so gut wie nie mit irgendetwas wechselwirken spüren wir sie nicht. Gerade das ist aber das erste Problem, das ein Astroteilchenwissenschaftler lösen muss: Wie weist man solche Teilchen nach?

Eine im Prinzip sehr einfache Möglichkeit wurde uns mit einer Nebelkammer vorgestellt. Dort wie auch bei den anderen Nachweismethoden sieht man allerdings nie die Teilchen selbst, sondern nur deren Auswirkungen. Im Falle der Nebelkammer sind dies Kondensspuren.

Auch mit Hilfe elektrischer Messungen kann man diesen winzigen Teilchen mit ihren extrem hohen Geschwindigkeiten auf die Spur kommen. Hierzu setzt man sogenannte Szintillationszähler ein. Bei den Berechnungen müssen hierbei relativistische Effekte berücksichtigt werden, denn auf einen ersten sind diese Teilchen Blick scheinbar schneller als das Licht. Zur Bearbeitung und Auswertung der live erhaltenen Messdaten bekamen wir Arbeitsplätze mit Oszillographen und mehreren Rechnern zur Verfügung gestellt und durften dann nahezu zwei Stunden lang selbst Experimente steuern und Beobachtungen durchführen. Den Abschluss dieses superinteressanten Tages bildete die Videokonferenzschaltung mit Schulen und Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt. Zu den beteiligten Ländern gehörten unter anderem Dänemark, Spanien und USA (Chicago).

Nachdem die technischen Anlaufschwierigkeiten überwunden waren präsentierten sich die einzelnen Gruppen (natürlich in der internationalen Wissenschaftssprache englisch) ihre Ergebnisse vom International Cosmic Day bevor sich noch ein gemütlicher allgemeiner Gedankenaustausch anschloss.

Fazit des Tages: Daumen hoch! – Gerne wieder!“

Veranstaltungen wie diese und sogenannte MasterClasses werden auch in den nächsten Schuljahren wieder angeboten werden. Interessierte, die am physikalischen Experimentieren Spaß haben und gerne intensiv naturwissenschaftlich forschen, können sich bereits jetzt an ihre Physiklehrkräfte wenden oder vormerken lassen unter .

U. Kiesmüller