Lesung zum Thema „Verbrannte Dichter“ für die 10. Jahrgangsstufe

„Das war ganz schön bedrückend.“, „Das war lang, aber doch ganz schön interessant.“ oder „Ich wusste nicht, dass so viele betroffen waren.“

Dies sind nur drei Aussagen von Schülern der 10. Jahrgangsstufe im Anschluss an den Vortrag des freien Schriftstellers Gerd Berghofer, in dem er den Schülern das Thema der „verbrannten Dichter“ näher brachte. Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 hatte nicht nur die Vernichtung von Literatur, sondern die Vernichtung von Existenzen zur Folge, wodurch die Erinnerung an eine große Zahl von Schriftstellern vollkommen ausgelöscht wurde. Exil, KZ, Freitod oder Innere Emigration - welche Möglichkeiten hatten Autoren zur damaligen Zeit, deren Werk von Verlagen abgelehnt wurde und nach dem Willen der Nazis in Vergessenheit geraten sollte?

Das Hauptaugenmerk des Vortrags lag auf einzelnen Autoren, deren Biographien Berghofer durch Anekdoten aus ihrem Leben sowie kurze Zitate aus ihrem Werk veranschaulichte. Seien es die brutale Misshandlung Erich Mühsams im KZ Oranienburg oder die Sonderrolle Oskar Maria Grafs, der öffentlich zur Verbrennung seiner Bücher aufrief, damit sein Werk nicht von den Nazis als Lektüre empfohlen wurde. Als einzige Frau ging Berghofer auf Else Lasker-Schüler genauer ein, deren auffälliges äußeres Erscheinungsbild er hervorhob und deren großes lyrisches Werk er den Schülern ans Herz legte. In einer kurzen Zäsur stellte Berghofer die Frage in den Raum, warum die Bücherverbrennung auch heute noch ein aktuelles Thema sei. Historisch gesehen wurde zahlreichen Autoren verwehrt, ihr Werk an spätere Generationen zu übergeben. Auch in der heutigen Zeit gebe es noch Bücherverbrennungen, wie die Vernichtung von „Harry Potter“ als Hexenwerk in den Vereinigten Staaten vor zwölf Jahren. Der wichtigste Punkt sei es aber, kritisches Hinschauen als oberste Staatsbürgerpflicht zu sehen und selbst Verantwortung zu übernehmen.

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