Erstes "Science Café" am SMG

Freitags früh – kurz nach acht Uhr – 19 Zehntklässlerinnen und Zehntklässler sitzen zusammen – und führen wissenschaftliche Gespräche und intensive Diskussionen. Die Mitglieder der Klasse 10c trafen sich am 12. Mai im Physiksaal zu einem zweiten Frühstück, um sich über das Thema "Handyeinsatz im Physikunterricht" auszutauschen.

Ihre Chemielehrkraft hatten sie als Gast eingeladen. Als Zwischenthema in den Profilstunden hatten die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe sich mit dem Einsatz von Handys im Physikunterricht z. B. als mobile Messwerterfassungssysteme vertraut zu machen. Hierbei wurden verschiedene Zugänge gewählt. Diese reichten vom Studieren physikdidaktischer Veröffentlichungen über die Recherche zu verschiedenen Apps bis hin zu selbst mit den Handys durchgeführten physikalischen Experimenten und deren Auswertung. Fast alle stießen hierbei auf Einsatzmöglichkeiten bei der Analyse von Bewegungsabläufen und anderen Aufgabenstellungen aus der Dynamik. Einige befassten sich auch mit dem Einsatz von Simulationsprogrammen zur Untersuchung dynamischer Prozesse. Auf Grund der organisationsbedingt unterschiedlich langen Vorlaufzeiten entstand ein sehr heterogenes Wissen bei den Beteiligten – manche hatten einen sehr weitreichenden Überblick über verschiedene Aspekte der Thematik, andere wiederum hatten sich mit den didaktischen Grundlagen vertraut gemacht und einige waren bereits geübte Anwender von Handys mit den entsprechenden Apps bei entsprechenden physikalischen Experimenten. In den zur Verfügung stehenden 75 Minuten tauschten sich die Teilnehmenden intensiv aus, beleuchteten diverse Teilaspekte von Verfügbarkeit von Geräten und Programmen, technischen Schwierigkeiten, Möglichkeiten zur Messwerterfassung und Auswertung über Varianten der Datenspeicherung und –weiterleitung bis hin zu Einsatzszenarien im Unterricht sowie Argumenten des Datenschutzes. An vielen Stellen des immer in angenehmer Atmosphäre verlaufenden Gesprächs entstanden intensive Diskussionen, in denen konträre Ansichten gegenübergestellt und ausführlich erörtert wurden.

Fazit der von allen Beteiligten als sehr positiv empfundenen Veranstaltung:

Verlauf: Insbesondere im Hinblick auf die im kommenden LehrplanPLUS geforderten Kompetenzen beim Kommunizieren in der Fachsprache („Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage, sich physikalische Kenntnisse aus Fachtexten zu erschließen, Informationen zu recherchieren sowie Arbeitsergebnisse sach- und adressatengerecht aufzubereiten. In fachlichen Diskussionen zeigen sie Offenheit und Bereitschaft, eigene Ideen und Vorstellungen einzubringen und sich mit Gegenargumenten kritisch auseinanderzusetzen.“) ist das Science Café eine gewinnbringende Form des Unterrichts.

Inhaltlich: Alle Anwesenden waren sich am Ende der Gesprächsrunde einig, dass es zwar viele Einsatzmöglichkeiten des Handys beim Experimentieren im Physikunterricht, es aber unter Berücksichtigung aller Aspekte nur an einzelnen Stellen wirklich sinnvoll ist, es zu verwenden – und das auch nur bei unbedingt notwendigen intensiven Vorbereitungen hinsichtlich des Handyeinsatzes.

Organisation: Hier ergab sich der einzige Kritikpunkt der Veranstaltung – die für das Aufräumen eingeplante Zeit sollte einige Minuten länger sein, damit alle Beteiligten ihre Pause genießen können. Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die beiden Lehrkräfte sind sicher, dass es gewinnbringend ist bei passendem Thema wieder ein Science Café durchzuführen und freuen sich bereits darauf.

Dr.-Ing. U. Kiesmüller