"Raum und Zeit - aus naturwissenschaftlicher Sicht"

Zum diesjährigen physikalischen Vortrag von Dipl. Ing. Werner Rudolf versammelten sich am 3. Februar alle Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe sowie interessierte Lehrkräfte in der Aula des Simon-Marius-Gymnasiums. Manche aus dem Publikum dachten sich vielleicht "Nun ja: Raum --- Aula; Zeit --- 1. und 2. Stunde" und manchen erschien die Vortragsdauer eventuell relativ lang, während der Referent und andere Interessierte die gut 80 Minuten als relativ kurz empfanden. Aber das war bei Weitem nicht alles, was im Vortrag vor dem Hintergrund eines relativistischen Blicks auf Raum und Zeit den Zuhörenden vermittelt wurde. Vielmehr gelang es Herrn Rudolf innerhalb von knapp eineinhalb Stunden sowohl die Grenzen der newtonschen Mechanik aufzuzeigen, als auch viele der grundlegenden Aspekte der Relativitätstheorie anschaulich darzustellen. Er legte somit eine solide Basis für eine kommende Behandlung dieses Themenbereichs im regulären Unterricht.

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Ausgehend von den Erkenntnissen Sir Isaac Newtons, dessen Physik das Fundament des Lehrstoffs der Jahrgangsstufen 7 bis 9 bildet, führte der Vortragende mit interessanten historischen Ansätzen zur Messung der Lichtgeschwindigkeit das Publikum hin zu den Ideen von Albert Einstein.

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Die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit stellt eine der Grundlagen seiner Theorien dar. Außerdem folgerte er, dass die Zeit nichts Absolutes ist, sondern relativ. Sie vergeht in bewegten Bezugssystemen langsamer als in ruhenden. Herr Rudolf erläuterte den Effekt der Zeitdilatation und stellte dessen Folgen dar, wobei er veranschaulichende, einleuchtende Beispiele einsetzte.

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Nicht nur an Hand von astrophysikalischen Bildern, sondern auch Sachverhalten aus der Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler verdeutlichte der Vortragende die bei relativistischen Bewegungen nahe der Lichtgeschwindigkeit auftretenden Effekte.

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An seine Ausführungen zur speziellen Relativitätstheorie schlossen sich nun Erläuterungen zu den Aussagen von Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie an. Jetzt wurde der Raum selbst als nicht fest, sondern relativ betrachtet. Außerdem ging Herr Rudolf auf den aus allen bisherigen Fakten folgenden Effekt der Lichtkrümmung ein. Dieser lässt sich tatsächlich in astrophysikalischen Aufnahmen bei sogenannten Gravitationslinsen beobachten.

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Direkt im Anschluss an den Vortrag ergab sich mit einigen Schülerinnen und Schülern eine intensive Diskussion über Fragen der aktuellsten Astrophysik im Speziellen sowie der naturwissenschaftlichen Forschung im Allgemeinen. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Werner Rudolf, der sich wie jedes Schuljahr die Zeit nahm, uns diesen sehr interessanten Vortrag zu halten und dem es wieder einmal gelungen war, das interessierte Publikum einen Schritt näher an die Astrophysik und ihre Forschungen heranzubringen.

Dr. Kiesmüller